Startseite › Tipps › Feuchtigkeitsschaden erkennen
Von Christian Voye, zertifizierter Sachverständiger für Freizeitfahrzeuge · Stand: Oktober 2026
Die Wände der meisten Wohnwagen bestehen aus mehreren Schichten: außen Aluminium oder GfK, innen eine Dekorplatte, dazwischen Dämmung und bei vielen Fahrzeugen ein Gerippe aus Holzleisten. Dringt Wasser ein, kann es nicht mehr abtrocknen. Das Holz beginnt zu faulen, die Schichten lösen sich voneinander, Schimmel entsteht.
Das Tückische: Von außen sieht man lange nichts. Wenn sich innen ein Fleck zeigt, ist der Schaden meist schon deutlich größer als die sichtbare Stelle.
Gehen Sie einmal im Jahr systematisch um und durch das Fahrzeug. Außen prüfen Sie die Dichtfugen an Fenstern, Dachhauben, Kantenleisten und Leuchten: Sind sie rissig, spröde oder haben sie sich gelöst? Achten Sie besonders auf Stellen, an denen nachträglich etwas montiert wurde – Markise, Fahrradträger, Sat-Anlage.
Innen sind die Ecken entscheidend: unter den Fenstern, in den Oberschränken, im Bug und im Heck, rund um Dachhauben und in der Nasszelle. Leuchten Sie mit einer Taschenlampe in die Stauräume und drücken Sie die Wände ab.
Überdecken Sie die Stelle nicht und versuchen Sie nicht, sie trocken zu heizen. Das verändert die Messwerte, beseitigt aber nicht die Ursache. Fotografieren Sie, was Sie sehen, und lassen Sie die Feuchtigkeit messen.
Eine Feuchtigkeitsmessung zeigt, wie weit sich das Wasser ausgebreitet hat. Erst danach lässt sich beurteilen, ob neu abgedichtet werden kann oder ob die Wand geöffnet werden muss. Wichtig ist die Reihenfolge: erst die Ursache finden, dann reparieren.
Feuchtigkeit, die über lange Zeit durch gealterte Dichtungen eindringt, gilt in der Regel als Abnutzung und ist in der Kasko meist nicht versichert. Anders kann es aussehen, wenn das Wasser infolge eines versicherten Ereignisses eindringt – etwa nach einem Unfall, einem Hagel- oder Sturmschaden. Dann kommt es auf den Nachweis des Zusammenhangs an. Maßgeblich sind die Bedingungen Ihres Vertrags.
Personenzertifizierter Sachverständiger für Freizeitfahrzeuge, Wohnwagen und Wohnmobile nach DIN EN ISO/IEC 17024 (Euro-Zert)
Einfache Messgeräte geben erste Hinweise. Die Werte sind aber schwer zu deuten, weil Material, Temperatur, Kondenswasser und Metallteile in der Wand das Ergebnis beeinflussen.
Nicht zwingend. Es hängt davon ab, wie weit sich das Wasser ausgebreitet hat und was das Fahrzeug wert ist. Früh erkannte Schäden lassen sich oft mit überschaubarem Aufwand beheben.
Ja. Wohnmobile mit Sandwichaufbau sind genauso betroffen. Bei Kastenwagen sind Fenster, Dachhauben und Aufstelldächer die typischen Schwachstellen.
Schadengutachten nach einem Unfall: Reparaturkosten, Wiederbeschaffungswert, Restwert und Wertminderung als Grundlage für Ihre Ansprüche.
Zweitmeinung zur Abrechnung Ihres Kaskoversicherers und Vertretung im Sachverständigenverfahren.
Aufnahme und Bewertung von Schäden an Dach, Außenhaut, Dachhauben und Anbauteilen.
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